Über Vigdis Thompson

Vigdis Thompson wurde am 16. Oktober 1950 in Grefsen, Oslo geboren. Sie lebte dort zusammen mit ihrer Mutter und den Großeltern in einer Villa, die ihn ihrem späteren Leben und für die Stiftung eine Rolle spielt.
Vigdis war eine fürsorgliche, freundliche Person mit einem großen Freundeskreis. Sie hatte immer ein Lächeln auf den Lippen, mochte Blumen und interessierte sich sehr für die Fotografie. Sie war aktive Pfadfinderin und pflegte auch dadurch Freundschaften in verschiedenen Ländern, die sie ihr Leben lang begleiteten.
Als sie Anfang 20 war, entschied sie sich für zwei Jahre in die USA zu gehen und dort als Au-Pair bei einer Familie zu arbeiten. Sie lernte die englische Sprache und durch ihre herzliche Art fand sie schnell Anschluss. Auch später reiste Vigdis noch mehrmals in die USA, um Freunde und die damalige Gastfamilie zu besuchen.
Eine lange Reise nach Asien war ihre glücklichste Zeit in ihrem Leben.
Sie reiste durch das Land und begegnete den unterschiedlichsten Menschen. Einige Zeit verbrachte sie bei einem Buschhäuptling. Diese Zeit prägte sie stark für ihr späteres Leben.
Vigdis arbeitete 15 Jahre lang in einer Schule und im Kindergarten als Sozialarbeiterin direkt mit Kindern. Danach bekam sie eine staatliche Rente, weil sie nicht mehr in der Lage war wegen ihrer starken Schmerzen ihren Job auszuüben. Die Rente war nicht hoch, doch sie hatte das Haus in Gefsen geerbt, in dem sie während ihrer Kindheit mit ihrer Mutter zusammenlebte.
Mit Ende 20 hatte Vigdis eine Bandscheibenoperation mit negativem Ausgang. Damit begannen auch bei ihr die Schmerzen an ihrer Wirbelsäule. Viele Jahre vergingen mit Physiotherapie und unzähligen Arztbesuchen, doch die Ursache ihrer starken Schmerzen wurde nicht erkannt. Letztendlich diagnostizierte man Tarlov-Zysten.
In Norwegen fand sie keine Hilfe, da die Ärzte meinten, dass die Tarlov -Zysten nicht das Problem seien. Dank ihrer Freunde in den USA kam sie mit einem Arzt im John Hopkins-Hospital in Kontakt. Er behandelte sie mit seiner speziellen Methode. Nach ihrer Rückkehr nach Norwegen ging es ihr viel besser, doch die vielen Jahre der Schmerzen hatten sie geschwächt.
Sie begann ihre Arbeit mit anderen Betroffenen, die ebenfalls Tarlov-Zysten hatten, gründete die Patientenorganisation „Tarlov-Group“ und setzte sich für die Mitglieder ein, um Hilfe in Norwegen zu bekommen. Vigdis kam mit vielen Menschen in Kontakt, in den USA, in Frankreich und in anderen Ländern, die unter einer Arachnopathie mit nachfolgenden Tarlov-Zysten litten.
Im französischen Vichy besuchte sie zwei Mal eine neurologische Konferenz (AAMOR), bei der sie von ihrem Leidensweg als Patientin berichtete. Dort traf sie im Mai 2012 auf Prof. Dr. med. Jan-Peter Warnke. Seine ruhige und verständnisvolle Art und seine Methode die Tarlov-Zysten zu behandeln, weckte in Vigdis Vertrauen und neue Hoffnung. Vigdis Plan war es, sich mit Prof. Dr. med. Warnke nach dem Sommer für eine Therapieplanung zu treffen.
Gesundheitlich ging es ihr immer schlechter. Sie litt immer stärker an den Schmerzen der Tarlov Zyste und zusätzlich traten bei ihr auch noch Lähmungen auf, die ein Treffen nicht mehr möglich machten. Schließlich diagnostizierte man im Juli 2013 zusätzlich eine ALS (Amyotrophe Lateralsklerose). Allmählich verlor sie ihre Sprache, ihre Beweglichkeit, sich selbst.
Ihre Freunde standen ihr in der schwersten Zeit ihres Lebens unterstützend und begleitend zur Seite, gaben ihr Halt, waren während der gesamten Zeit einfach nur für sie da. Zum Schluss konnten sie sich nur noch mittels der „Unterstützten Kommunikation“, durch gestütztes Zeigen auf Objekte, Bilder oder Buchstaben mit ihr kommunizieren. Durch das Blinzeln der Augen konnte sie noch Zustimmung ausdrücken. Wenn ihr von ihren Freunden ein Alphabet vorgelesen wurde, konnte sie durch Blinzeln bei einem Buchstaben Wörter buchstabieren.
Lebenserhaltende Maßnahmen und Apparate lehnte sie ab. Sie wusste, dass ihr Leben dem Ende zuging und begrüßte es. Vigdis verstarb am 4. September 2013. Ihr Leiden endete, aber ihre Arbeit für die anderen setzt sich nun durch ihr Vermächtnis fort. Ihr Letzter Wille war es, ihre elterliche Villa in Grefsen zu verkaufen und einen Teil des Erlöses Prof. Dr. med. habil. Jan-Peter Warnke zukommen zu lassen, damit weitere Studien an Arachnoiditis und Tarlov-Zysten durchgeführt werden können.
Prof. Warnke gründete aus diesem Vermögen die Vigdis Thompson Foundation.